Pflichtbestandteile, Aufbau und Tipps nach VDE-AR-N 4105:2024-10 für Elektrofachkräfte
Der Übersichtsschaltplan (auch Einlinienschaltbild) ist ein normgerechtes Dokument, das die elektrische Topologie einer Erzeugungsanlage vom Wechselrichter bis zum Netzanschlusspunkt (NAP) darstellt. Er ist Pflichtbestandteil jeder Netzanmeldung nach VDE-AR-N 4105 und wird vom Netzbetreiber geprüft.
Jeder Plan beginnt rechts mit dem öffentlichen Netz und dem Hausanschlusskasten (HAK). Dazwischen liegen die Zählereinrichtungen — je nach Messkonzept ein oder mehrere Zähler (Z1, Z2, ggf. Z3). Seit der Ausgabe 2024-10 gelten fünf Leistungsstufen: Kleinstanlagen ≤800 VA mit vereinfachtem Verfahren (Anhang F.1.2), bis hin zu Großanlagen >500 kW nach VDE-AR-N 4110.
Der Wechselrichter (WR) wird links im Plan dargestellt. Bei Hybrid-WR mit DC-gekoppeltem Speicher wird die Batterie direkt am WR-Symbol angedockt. AC-gekoppelte Speicher erscheinen als eigener Abzweig vom AC-Bus.
Zwischen WR und Netz sitzen die Schutzeinrichtungen in fester Reihenfolge: Leitungsschutzschalter (LS/MCB), Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD Typ A oder B), Überspannungsschutz (SPD Typ 2 oder 1+2), ggf. Kuppelschalter (KS) und NA-Schutz.
RSE/FRE/FRSE für Einspeisemanagement, Energieflussrichtungserkennung (EnFluRi), Smart Meter Gateway (SMGW/iMSys), EZA-Regler — je nach Leistungsstufe und Netzbetreiber-Anforderungen.
Das Messkonzept bestimmt, welche Zähler wo sitzen. Die häufigsten für PV-Anlagen sind Überschusseinspeisung (Z1 bidirektional), Überschuss mit Erzeugungszähler (Z1 + Z2), Volleinspeisung (Z1 + Z2 separate Messkreise) und Kaskade bei §14a-Verbrauchern (Z1 + Z_SteuVE).