Welcher Zähler wo sitzt — und wann welches Messkonzept gilt
Das Messkonzept legt fest, welche Zähler wo im Stromkreis sitzen und wie Bezug, Einspeisung und Eigenverbrauch bilanziert werden. Die Nummerierung variiert je nach Netzbetreiber (z.B. MK 4 bei Netze BW = Überschuss, bei Bayernwerk = ebenfalls Überschuss, bei EnBW = andere Nummer).
| Typ | Zähler | Anwendungsfall |
|---|---|---|
| Überschuss | Z1 (↔ bidirektional) | Standard bei PV ≤23,07 kWp ohne sep. Erzeugungszähler |
| Überschuss + Z2 | Z1 (↔) + Z2 (→) | PV mit separatem Erzeugungszähler |
| Volleinspeisung | Z1 (→ Bezug) + Z2 (→ Einsp.) | Gesamte Erzeugung wird eingespeist, kein Eigenverbrauch |
| Kombi (Teilanlagen) | Z1 (↔) + Z2 (→ Voll) + Z3 (→ Übersch.) | Bestandsanlage Voll + Neuanlage Überschuss |
| Kaskade §14a | Z1 (↔) + Z_SteuVE | Steuerbare Verbraucher (WB/WP) mit eigenem Zähler |
Das häufigste Messkonzept: Ein bidirektionaler Zweirichtungszähler (Z1) misst sowohl Bezug als auch Einspeisung. Der Eigenverbrauch wird als Differenz berechnet. Keine separate Erzeugungsmessung nötig — ideal für kleine bis mittlere PV-Anlagen.
Bei der Volleinspeisung wird die gesamte erzeugte Energie ins Netz eingespeist. Typisch bei Gewerbeanlagen oder Anlagen mit hohem EEG-Vergütungssatz. Erfordert zwei separate Zähler und einen eigenen Einspeisekreis — im Schaltplan deutlich erkennbar an der Trennung von Erzeugungs- und Verbraucherkreis.
Seit der §14a-Regelung (BK6-22-300) müssen steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wallbox >4,2 kW, Wärmepumpe, Speicher >4,2 kW Ladeleistung) separat gemessen werden. Der Kaskadenzähler sitzt zwischen dem Haupt-Z1 und den steuerbaren Verbrauchern — das ergibt eine „Kaskade" von Zählerplätzen.